Die Hühnerinsel: Ein Ort der Sehnsucht
Die Hühnerinsel: Ein Ort der Sehnsucht
Wir fuhren durch die dichten Reihen von Bäumen, die sich an beiden Seiten des Weges erhoben wie eine grüne Wand. Die Sonne schien durch die Lücken zwischen den Blättern und tauchte den Waldboden in ein warmes Licht. chickencross-at.com Wir hatten das Ziel erreicht: Die Hühnerinsel, ein Ort der Sehnsucht.
Die Legende von der Hühnerinsel
Jahrelang hatte ich davon gehört. Eine Insel inmitten eines Sees, wo die Zeit stehen geblieben zu sein schien. Hier sollten sich alle Träume erfüllen, alle Sorgen vergessen und alle Sehnsüchte verwirklicht werden. Die Legende von der Hühnerinsel war nicht neu. Doch ich hatte nie daran geglaubt. Bis jetzt.
Der Weg zum See führte uns an einem kleinen Dorf vorbei. Ein paar Menschen saßen auf Bänken, tranken Kaffee und beobachteten unsere Ankunft mit Interesse. Wir lächelten zurück und setzten unseren Weg fort. Die Sonne stand hoch am Himmel und die Luft war warm und feucht.
Die erste Enttäuschung
Wir erreichten den See und sahen uns um. Alles, was wir sahen, waren Wasser und Bäume. Keine Insel in Sicht. Mein Freund, der mich begleitete, sah mein Gesichtsausdruck und fragte: "Was ist los?" Ich antwortete vorsichtig: "Ich dachte, hier wäre die Hühnerinsel." Sein Lächeln erstarb. "Das ist sie auch", sagte er sanft. "Aber vielleicht verstehen wir es nicht richtig."
Er führte mich zu einem alten Mann, der am Seeufer saß und auf einen Fisch hinaus warf. "Der Herr hier kann Ihnen sagen, was Sie wissen möchten", meinte mein Freund.
Die Antwort des alten Mannes
Der alte Mann sah uns an und nickte langsam. "Ja, ich kenne die Hühnerinsel. Sie ist ein Ort der Seele." Er schwieg für einen Moment und beobachtete den Fisch im Wasser. "Man muss nicht nach etwas suchen, wenn man schon gefunden hat, was man sucht."
Ich war verwirrt. Was meinte er damit? War dies der Grund, warum ich hierhergekommen war? Mein Freund sah mich an und lächelte wieder. "Ich glaube, wir haben alles falsch verstanden", sagte er.
Der Weg zur Insel
Wir setzten unseren Weg fort und kamen an einem kleinen Strand vorbei. Ein paar Kinder spielten mit einem Ball auf dem Sand. Ich sah sie an und dachte: "Warum ist hier niemand älter als zwanzig?" Der alte Mann hatte gesagt, dass die Hühnerinsel ein Ort der Seele sei. Vielleicht war es auch ein Ort des Unschuldigen.
Der Weg zur Insel führte uns durch einen dichten Wald. Die Bäume erhoben sich auf beiden Seiten und schufen eine grüne Halle. Wir gingen schweigend weiter, bis wir den See erreichten. Und da lag sie: Die Hühnerinsel.
Die Insel der Sehnsüchte
Wir sahen uns um und entdeckten die kleinen Hütten auf der Insel. Sie standen in einer Reihe wie Spielzeughäuschen und schienen sich nicht zu bewegen, seit sie gebaut worden waren. Wir gingen darauf zu und fanden eine alte Frau, die an einem Tisch saß und ein Buch las.
"Willkommen", sagte sie freundlich. "Wir haben auf Sie gewartet." Ich sah sie an, verwirrt. "Auf mich?" Sie nickte. "Ja, Sie sind der erste, der uns in einer langen Zeit besucht hat."
Ich setzte mich zu ihr und fragte: "Was ist hier passiert? Warum suchen alle nach etwas, das man nicht finden kann?"
Sie sah mich an und lächelte sanft. "Die Hühnerinsel ist ein Ort der Sehnsucht", sagte sie leise. "Man kommt hierher, um etwas zu finden, was man bereits besitzt."
Ich dachte darüber nach. Was meinte sie damit? Ich hatte von einer Insel gehört, die alle Träume erfüllte und alle Sorgen vergessen ließ. War dies nicht das Gegenteil dessen?
Die Antwort
Mein Freund sah mich an und lächelte wieder. "Wir haben alles falsch verstanden", sagte er. "Der alte Mann hat uns gesagt, dass wir bereits alles finden, was wir suchen."
Ich dachte darüber nach und sah die Welt um mich herum neu. Ich sah das Leben als eine Reise ohne Ziel, auf der man immer wieder zum Anfang zurückkehrt.
Die Hühnerinsel war kein Ort, an dem man etwas fand. Sie war ein Ort, an dem man sich selbst fand. Ein Ort, an dem man die eigene Sehnsucht erfüllte.
Wir blieben noch eine Weile auf der Insel und erlebten den Sonnenuntergang über dem See. Die Sterne begannen zu leuchten und die Nacht legte sich über uns wie ein Schatten.
Ich ging zurück zum Dorf und sah die Menschen an, die vorher am Weg saßen. Sie lächelten mich an und fragten: "Haben Sie gefunden, was Sie suchten?"
Ich lächelte zurück und sagte: "Ja, ich habe es gefunden."